Flüchtlings-
strom
Seit spätestens Mitte 2015 bestimmen
die stetig steigenden Zahlen von Men-
schen, die aus Nahost und Afrika kom-
mend Zuflucht in Deutschland suchen,
die Politik in allen Bereichen und auf al-
len Ebenen. Zunächst ging es vorrangig
um die Zurverfügungstellung von Un-
terkünften. Unter Einbeziehung und mit
Unterstützung des AGV Bau Saar wurde
im Aufnahmelager Lebach eine Modell-
unterkunft für 50 Flüchtlinge errichtet.
Diese dient seither den Kommunen als
Prototyp für den Fall, dass kurzfristig der
Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten
nicht anderweitig gedeckt werden kann.
Bauwirtschaft als Problemlöser
In der Flüchtlingsfrage ist die Bauwirt-
schaft jedoch mehr gefordert als nur in
der kurzfristigen Schaffung von Unter-
bringungsmöglichkeiten. Sie kann viel-
mehr bei der Bewältigung der Aufgabe
in zentralen Feldern mithelfen. Nicht
nur neuer, preisgünstiger Wohnraum,
sondern auch die Sanierung im Bestand
sind zwingend erforderlich. Hier rächt es
sich, dass die Politik in den vergange-
nen Jahren auf die Vorschläge der Bau-
wirtschaft nicht eingegangen ist. Es fehl-
te an der entsprechenden steuerlichen
Förderung von Sanierungsmaßnahmen
und einer Verbesserung der steuerli-
chen Abschreibungsmöglichkeiten; bei-
des Instrumente, die die dringenden In-
vestitionsanreize schaffen und auch für
Eigeninitiative sorgen.
AGV Bau mit ganzheitlichem Ansatz
Zu einer gelungenen Integration von
Flüchtlingen gehört neben der Schaf-
fung von Wohnraum auch die Bildung.
Das beginnt mit der Grundbildung
„Sprache“, geht über die Ausbildung bis
hin zur Heranführung an und die Integ-
ration in das Berufsleben und die Unter-
nehmen. Hier bietet die saarländische
Bauwirtschaft mit ihrem Ausbildungs-
zentrum einen ganzheitlichen Ansatz,
indem sie seit Mitte November 2015
Einsteigersprachkurse für Asylbewerber
mit guter Bleibeperspektive anbietet mit
dem Ziel, diese Sprachschüler einer Aus-
bildung in den Bauberufen zuzuführen
und damit letztlich in die Betriebe der
Bauwirtschaft zu integrieren. Angesichts
des zunehmenden Facharbeitermangels
in der Bauwirtschaft besteht bei erfolg-
reichem Abschluss eine gute bis sehr
gute Übernahme- und Bleibemöglich-
keit. Hinzu kommt auch das über die
SOKA-Bau und die Bundesagentur für
Arbeit aufgelegte Programm der Berufs-
qualifizierung Bau, das für alle, nicht nur
für Flüchtlinge, die Möglichkeit bietet,
über Praktika den Einstieg in ein Ausbil-
dungsverhältnis zu schaffen. Ein erster
Kurs mit 15 Teilnehmern hat begonnen.
Darüber hinaus hat das Ausbildungs-
zentrum des AGV Bau Saar Teile der
Räumlichkeiten seines leerstehenden
Internats zur Unterkunft und Verpfle-
gung von 12 jugendlichen Flüchtlingen
zur Verfügung gestellt. Auch dies erfolgt
mit dem Ziel, den Jugendlichen die Bau-
berufe näher zu bringen.
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Bau Saar
Weitere Infos unter
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