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Die Saarländische Bauwirtschaft trauert
Die saarländische Bauwirtschaft trauert um ihren Ehrenpräsident
Kurt Knauber
,
der am 26. Januar 2016 im Alter von 84 Jahren verstarb.
Als langjähriger Präsident des Arbeitgeberverbandes der Bauwirtschaft des Saar-
landes hat sich Kurt Knauber bleibende Verdienste erworben.
Über drei Jahrzehnte setzte sich Kurt Knauber unermüdlich im Beirat, im sozial-
politischen und Wirtschaftsausschuss und zuletzt von 1983 bis 1997 als Präsident
des AGV Bau Saar für die Belange der saarländischen Bauwirtschaft ein.
Für die Mitglieder des AGV Bau Saar hatte er stets ein offenes Ohr. Mit seinen
guten Kontakten zu Politik und Wirtschaft, seiner Effizienz und seiner Fähigkeit
zum Zusammenführen machte er den AGV Bau Saar zu einem gefragten Partner
in allen Bereichen der Wirtschafts-, der Bau- und Gesellschaftspolitik.
Seine berufliche Tätigkeit, seine Ehrenämter waren für ihn Berufung. Für uns alle
war er, nicht zuletzt wegen seines fröhlichen Naturells, ein Vorbild.
Wir haben ihm viel zu verdanken. Wir werden ihn in ehrender und dankbarer
Erinnerung behalten.
Als kaufmännischer Chef eines altein-
gesessenen saarländischen Bauunter-
nehmens, der Modernbau GmbH in
Saarbrücken, engagierte sich Knauber
schon sehr früh für die übergeordne-
ten Belange seines Wirtschaftszweiges
und des Saarlandes. Trotz seiner hohen
beruflichen Beanspruchung in der Füh-
rung des 300-Mann-Betriebes lagen
die Schwerpunkte seines Wirkens in
der landesbezogenen Wirtschafts- und
Strukturpolitik sowie übergreifend in
der Gesellschafts- und Sozialpolitik.
Knauber nutzte sein berufsständisches
Wirken als Hebel, um Fortschritte für
den Wirtschaftsstandort Saar zu errei-
chen. In ständigen Kontakten mit der
Bundespolitik und außersaarländischen
Wirtschaftskreisen wirkte er für die
Saar und für die Realisierung notwen-
diger Infrastrukturmaßnahmen wie den
Lückenschluss der A8, die Schienen-
schnellverbindung nach Mannheim, die
Saarkanalisierung uvm. Schon damals
setzte er sich für die Teilentschuldung
und die Selbstständigkeit des Saarlan-
des ein.
In der Sozial- und Gesellschaftspolitik
lieferte Kurt Knauber ein Musterbeispiel
für unternehmerisches Engagement.
Dies drückte sich nicht nur aus in der
Mitgliedschaft in den sozialpolitischen
Gremien auf Bundes- und Landesebene.
Er wirkte darüber hinaus als Beisitzer
beim Arbeitsgericht Saarbrücken, im
Verwaltungsausschuss des Arbeitsamtes
Saarbrücken und im Vorstand der Süd-
westlichen
Bauberufsgenossenschaft
aus der Überzeugung mit, dass die Be-
lange der Arbeitnehmer ebenso wichtig
und so bedeutsam im gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Raum zu bewerten
sind, wie die der Wirtschaft.
Kurt Knaubers verbandliches Wirken
war von zwei Merkmalen geprägt: Kon-
tinuität und Weitsicht. Dieses Begriffs-
paar stellt im Grunde das Essential jeder
Verbandsarbeit und jeder Verbands-
politik dar und führte auch dazu, dass
Kurt Knauber als bauindustrieller Ver-
bandspräsident von allen Verbandsmit-
gliedern – sei es dem Bauhandwerk als
auch der Bauindustrie – in 14 Jahren mit
großer Einmütigkeit zum Präsidenten
wiedergewählt wurde.
Zu dieser Weitsicht gehörte seinerzeit
auch die Entscheidung, den Sitz des Ver-
bandes aus der Ursulinenstraße in das
repräsentative Haus der Saarländischen
Bauwirtschaft im Kohlweg zu verlegen.
Bis zum Schluss blieb Kurt Knauber dem
Verband und dem Unterzeichner in
Wertschätzung und Freundschaft ver-
bunden. Wir verlieren eine große Per-
sönlichkeit und einen treuen Freund.
Klaus Ziegler
Hauptgeschäftsführer a.D.
Meilensteine seiner Präsidentschaft
aus den Augen eines langjährigen Weggefährten
Klaus Ziegler (li) und Kurt
Knauber (re) anlässlich
der Verleihung des Bun-
desverdienstkreuzes am
Bande (1993)