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Bau Saar

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den eigenen Geldbeutel durch die Re-

duzierung der Heizkosten - Grund ge-

nug für Gebäudeeigentümer auf die-

ses umfassende Förderangebot des

Staates zuzugreifen

St euerförde -

rung für

energe t i s che

Gebäude san i e -

rung

„Gerade der Gebäudebestand spielt

eine entscheidende Rolle zur Errei-

chung der ambitionierten Klima-

schutzziele. Eine höhere Energieeffi-

zienz im Gebäudesektor erreicht man

nur durch dessen energetische Sanie-

rung. Nur so können der Energiever-

brauch und damit der CO 2 -Ausstoß

deutlich gesenkt werden.“

Denn auf Gebäude entfallen in

Deutschland rund 30 Prozent des CO 2 -

Ausstosses und 40 % des Primärener-

gieverbrauchs. Die Sanierungsquote

liegt aller politischen Bemühungen

zum Trotz seit Jahren unter einem Pro-

zent. Nötig wären aber mind. zwei bis

drei Prozent.

Zum Gebäudebestand zählen auch

rund 16 Mio. Ein- und Zweifamilien-

häuser mit erheblichem Sanierungsbe-

darf bei Dächern, Fenstern und Hei-

zungsanlagen. Diese Hauseigentümer

wird man nur über einen steuerlichen

Anreiz dazu bewegen können, in ihre

Häuser zu investieren.

„Die jahrelange Diskussion über eine

steuerliche Förderung des Wohnungs-

baus und der energetischen Gebäu-

desanierung hat zu einem Attentismus

geführt, dessen Auswirkungen sich in

einer kaum messbaren Sanierungsquo-

te niederschlagen. Daher gehört für

uns eine verbindliche Vereinbarung

zur steuerlichen Förderung der ener-

getischen Gebäudesanierung in die

Koalitionsvereinbarung,“ so Pakleppa

weiter.

Die Bezahlbarkeit von Wohnen und

Bauen bleibt ein wichtiger Aspekt. Das

gilt auch für die energetische Gebäu-

desanierung. Daher lehnt das deut-

sche Baugewerbe eine weitere Ver-

schärfung der EnEV ab.

Bau-

wirtschaft

gegen geplante

Maut-

ausweitung

Das „Road Package“ der EU-Kommis-

sion enthält einen Vorschlag zur Aus-

weitung der Verpflichtung der Mit-

gliedstaaten zur Bemautung von Fahr-

zeugen unterhalb von 12 t. Aufgrund

der Sondersituation in Deutschland er-

gäben sich durch diese Maßnahme

überdurchschnittliche Benachteiligun-

gen für die deutschen Unternehmen

des Bau- und Ausbaugewerbes. Des-

halb trat der Zentralverband des Deut-

schen Baugewerbes gemeinsam mit

der BVB an das Bundesministerium für

Verkehr und digitale Infrastruktur her-

an und bat, dies bei der anstehenden

Positionierung der Bundesregierung

auf europäischer Ebene zu berücksich-

tigen.

Zurzeit nutzt Deutschland die beste-

hende Ausnahmemöglichkeit und be-

zieht Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 t

nicht in die streckenabhängige Lkw-

Maut ein. Diese Option soll ab 2020

entfallen. Der Kommissionvorschlag

sieht auch vor, dass ab 2027 bestehen-

de Straßennutzungsgebührensysteme

für Pkw (Vignettensysteme) in strek-

kenabhängige Mautsysteme umge-

wandelt werden müssen. Spätestens

dann wäre auch mit der Einbeziehung

von leichten Nutzfahrzeugen unter

3,5 t in streckenabhängige Mautsyste-

me zu rechnen.

Deutsche Unternehmen des Bau- und

Ausbaugewerbes wären durch die

Maßnahme besonders benachteiligt.

Grund ist die große Ausdehnung des

Mautnetzes in Deutschland: Während

in anderen (auch sehr großen) EU-

Staaten die Mautnetze nur wenige

Tausend Kilometer umfassen (z. B.

Frankreich 8.000 km, Italien 6.600 km),

wird das deutsche Mautnetz zum 1.

Juli 2018 auf das gesamte Bundesstra-

ßensystem und damit auf 55.000 km

ausgedehnt. Jede Erweiterung der Ge-

wichtsgrenze der Lkw-Maut in

Deutschland hätte damit erheblich

weitreichendere Belastungen für das

regional tätige Bau- und Ausbauge-

werbe zur Folge als dies in anderen

EU-Staaten der Fall wäre.

Eine zusätzliche streckenabhängige

Bemautung der genannten Fahrzeug-

kategorien der mittelschweren und

leichten Nutzfahrzeuge im Gegensatz

zu schweren Lkw, die nachweislich ei-

nen überproportionalen Straßenver-

schleiß verursachen, ist nicht gerecht-

fertigt.

Im Rahmen der anstehenden Positio-

nierung der Bundesregierung im Rat

bat die Bauwirtschaft die Bundesregie-

rung sich dafür einzusetzen, dass den

Mitgliedstaaten in Hinblick auf leich-

tere und mittelschwere Fahrzeuge

weiterhin Wahloptionen hinsichtlich

Umfang und Struktur ihrer Mautsyste-

me verbleiben, da diese von nationa-

len Faktoren wie Grundlinien der Ver-

kehrspolitik, Verkehrswegefinanzie-

rung und Steuersystem abhängig sind.

Foto: fotolia@Gina Sanders