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Bau Saar

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Kapazitätsauslastung in vielen Wirt-

schaftsbereichen ist dafür der Treiber.

Allerdings zeigt sich das Genehmi-

gungsverlangen für neue Bauvorha-

ben aus der Wirtschaft im Jahresver-

lauf weiter volatil. Nachdem in den

Sommermonaten eine ansteigende

Tendenz zu verzeichnen war, gab es im

September einen Rücksetzer (-7%);

(bemessen nach Baukosten). Dieser be-

traf Handels- und Bürogebäude.

Die Order bleiben einstweilen weiter

in stabil positiver Verfassung. Sie lie-

gen im Vorjahresvergleich bei +5%,

was sowohl den Hoch- als auch den

Tiefbau kennzeichnet. Der Auftrags-

bestand im Wirtschaftsbau hält weiter

den Vorsprung aus dem zweiten Quar-

tal, bei +17%, gegenüber den Vorjah-

reswerten.

Die Umsatzprognose für 2017 im Be-

reich Wirtschaftsbau von +3% wird

deutlich übertroffen werden.

Die öffentliche Hand (Bund, Länder,

Kommunen) setzt ihre Investitionsof-

fensive, mit der sie 2016 gestartet ist,

fort. Mit kumulativ ca. 18,3 Mrd.

er-

reichen die Betriebe mit mehr als 20

Beschäftigen beim Umsatz im öffent-

lichen Bau ein Plus von ca. 8%; Hoch-

und Tiefbau haben hieran etwa gleich-

ermaßen Anteil.

Mit kumulativ 13,3 Mrd.

erreichen

die Order der öffentlichen Hand in ei-

nem dreiviertel Jahr ein Niveau, das sie

bis 2015 bestenfalls im ganzen Jahr er-

reicht haben. Hier schlagen sich auch

die vom Bund bereitgestellten Mittel

zur Kommunalinvestitionsförderung

nieder. Nach den Auswertungen des

Bundesfinanzministeriums stehen hier

immer noch erhebliche Mittel zum Ab-

ruf bereit. Den Tiefbau, mit einem Or-

derplus von ca. 6%, stützt der nach-

haltige Investitionshochlauf des Bun-

des bei der Infrastruktur. Da nach der

jüngsten Steuerschätzung alle Ge-

bietskörperschaften mit mehr als ur-

sprünglich erwarteten Einnahmen in

den kommenden Jahren rechnen kön-

nen, sollte die Investitionsneigung der

öffentlichen Hand nachhaltig bleiben.

Die Auftragsbestände von 17 Mrd. Eu-

ro zum Ende des dritten Quartals rei-

chen für die Produktion bis in das

zweite Quartal 2018.

Die Umsatzprognose für 2017 für den

öffentlichen Bau von +5% wird er-

reicht.

Da in allen Bausparten die Prognose-

werte mindestens erreicht werden,

wird auch die Prognose für den Um-

satz im Bauhauptgewerbe insgesamt

von +5% mindestens erreicht werden.

Die hohen Auftragsbestände sprechen

für eine gute Auslastung im vierten

Quartal.

Die Zahl der Beschäftigten legt im Be-

reich der monatlich meldenden Betrie-

be im Jahresverlauf um ca. 5,6% (etwa

im Maß der Steigerung der geleisteten

Stunden) zu. Das ist nach wie vor etwa

doppelt so viel, wie nach dem Mixmo-

dell für alle Beschäftigten des Bau-

hauptgewerbes ausgewiesen wird.

Festzuhalten ist jedenfalls, dass es den

Betrieben im Bauhauptgewerbe ge-

lingt, Arbeitskräfte hinzuzugewinnen.

Dies geschieht allerdings nicht im Aus-

maß der von den Betrieben selbst für

notwendig erachteten Kapazitätsaus-

weitung.

Zunehmende

Überaus -

lastung der

deutschen

Wi rtschaft

Der Sachverständigenrat geht für das

laufende Jahr von einem realen

Wachstum des Bruttoinlandsproduktes

von 2,0 % aus, damit wurden die Er-

wartungen vom März (1,4 %) deutlich

nach oben revidiert. Für 2018 wird mit

einer Wachstumsbeschleunigung auf

2,2 % gerechnet. Die Prognosen für

die Zunahme der realen Bauinvestitio-

nen liegen mit 4,3 % (2017) bzw. 2,6 %

(2017) weiterhin relativ deutlich über

der gesamtwirtschaftlichen Wachs-

tumsrate. Diese Dynamik im Hinblick

auf die Bautätigkeit dürfte sich aller-

dings aus mehreren Gründen nicht

fortsetzen. Zum einen sei die Entwik-

klung im ersten Halbjahr durch eine

Umstellung der Statistik nach oben

verzerrt worden. Zum anderen seien

die Kapazitätsengpässe im Baubereich

besonders groß. Die Entwicklung der

monatlichen Produktionsindikatoren

zeige bereits, dass das hohe Expan-

sionstempo der Vergangenheit nicht

gehalten werden könne.

Kritisiert wird die deutsche Finanzpoli-

tik. Diese sei in der vergangenen Le-

gislaturperiode wiederholt Kritik, vor

Foto: fotolia@Sondem